Unsere Orgel

Eine neue Orgel... was für eine Idee!

Die alte Orgel, gebaut von Orgelbauer Gerhard Schmid, war in wichtigen Teilen so defekt, dass sich die Renovierung nicht mehr lohnte. So beschloss der Kirchenvorstand noch unter Pfarrer Franz Winter, dass eine neue Orgel kommen soll.
Dass daraus ein Projekt über 20 Jahre daraus werden würde, hat sich am Anfang sicher keiner vorstellen können und wollen. Es wurde ein langer, aber erfolgreicher Weg:

Viele Menschen machten die neue Orgel zu ihrem Projekt. Unzählige Spendenveranstaltungen fanden statt, darunter ein Klangmarathon, ein Oldtimer-Treffen, Feste und viele Konzerte mit ganz unterschiedlichen Musikerinnen und Musikern u.v.m. Der Phantasie waren fast keine Grenzen gesetzt. Und nicht zu vergessen, die vielen Spenden, die nicht nur Gemeindemitglieder der neuen Orgel zukommen ließen.

Am Ende drohte das ganze Projekt dann noch einmal zu stocken, es gab unvorhersehbare Probleme mit dem Denkmalschutz. Dieser wollte die alte Orgel lieber erhalten und renovieren. Aber letztendlich fand man eine gute Einigung mit dem Landratsamt. Die alte Orgel durfte abgebaut werden und steht jetzt in einer Kirche in Polen.

Im Herbst 2016 begann dann endlich nach einer 9-monatigen Bauzeit der Aufbau der neuen Orgel durch die Orgelbauermanufaktur Jürgen Lutz aus Feuchtwangen.

Für die Orgel wurden 4 m³ Holz verbaut. Das Gehäuse der Orgel hat eine Höhe von 5,70 Meter, eine Breite von 4,56 Meter und ist 1,98 Meter tief. Es besteht aus massiver Eiche und die Oberfläche wurde geölt. Für den Schwellkasten, Innenausbau, die Holzpfeifen, Klaviaturen und Registerzüge verwendete man außer Eiche noch Fichte, Weißbuche, Elsbeere, Zwetschge und Ebenholz.

Am Reformationsfest, am 5. November 2017, wurde die neue Orgel in einem Festgottesdienst eingeweiht, seitdem klingen wieder 1000 Töne" durch unsere Martin-Luther-Kirche.

Unsere Orgel - ein wunderbares Stück handwerkliche Kunst und irgendwie ja doch ein kleines Wunder.

Fakten zur Orgel

Daten zu den Orgelpfeifen:


gesamt: 1.030 Pfeifen - davon:    902 Metallpfeifen (Zinn-Blei-Legierung)
                                                     128 Holzpfeifen
Metallpfeifen:                                790 Labial- bzw. Lippenstimmen
                                                     112 Lingual- bzw. Zungenstimmen
Holzpfeifen:                                    98 Labial- bzw. Lippenstimmen
                                                       30 Lingual- bzw. Zungenstimmen
Die längste Metallpfeife ist ca. 246 cm lang und die kleinste ca. 13 mm lang.
Die längste Holzpfeife ist ca. 235 cm lang und die kleinste ca. 5 cm lang.

Das Instrument hat 18 Register verteilt auf Haupt-, Neben- (mit Schwell-) und Pedalwerk:

I. Manual (Hauptwerk C-g'''): II. Manual (Nebenwerk C-g'''):

Prinzipal 8’                
Octave 4’                    
Octave 2’                    
Mixtur III 1/3’                    
Rohrflöte 8’                    
Quinte 2 2/3’                    
Terz 1 3/5’                    
Trompete 8'   

Gedackt 8’
Soloflöte 8’
Fugara 4’
Flöte 2’
Salicional 8'
Traversflöte 4’
Oboe 8'
Tremulant   
PedaIwerk: Koppeln:
Subbaß 16'
Octavbass 8'    
Fagottbass 16'
II-I
Sub II-I
I/Pedal
II/Pedal

 

Je nach Registrierung erklingt die neue Schwarzenbrucker Orgel mit barocker Musik von J. S. Bach, D. Buxtehude und J. Pachelbel genauso schön wie ein klassischer Telemann oder romantische Werke von E. Elgar, A. Guilmant und F. Mendelssohn-Bartholdy genauso schön wie Werke von Th. Riegler und A. Willscher. Außerdem - dank der sehr guten Akustik in unserer Kirche - ist es ein Hörgenuss, der Orgel (als Soloinstrument oder zusammen mit anderen Instrumenten) zu lauschen oder bei den Chorälen in den Gottesdiensten, Taufen usw. mit einzustimmen.

Christa Klughard_2020

 

Kontakt: Christa Klughardt über belcanto.christa@gmail.com