Zum Ewigkeitssonntag: Gedenken an Verstorbene für Zuhause und Sonntagsgedanken

Ewigkeitssonntag
Bildrechte: SEBASTIEN MARTY auf Pixabay

Du kannst nicht tiefer fallen als nur in Gottes Hand, die er zum Heil uns allen barmherzig ausgespannt.
Es münden alle Pfade durch Schicksal, Schuld und Tod doch ein in Gottes Gnade trotz aller unsrer Not.
Wir sind von Gott umgeben auch hier in Raum und Zeit und werden in ihm leben und sein in Ewigkeit.
(Arno Plötzsch 1941, EG 533)

Sonntagsgedanken

Manchmal, da geht in unserem Leben etwas in die Brüche. Einmal nicht richtig zugelangt – und zack – schon liegt die schöne Schale als Scherbenhaufen am Boden. Sie zerspringt in tausend Teile. Das Gröbste sammelt man ein und vorsichtig wird die Schale wieder zusammengesetzt. Ob man das noch kleben kann?

Brüche und Scherben, die gibt es auch in unseren Biographien. Gerade in diesem Jahr, mit der Pandemie, haben viele die Erfahrung gemacht, wie zerbrechlich unser Leben ist. Krankheiten und Tod führen zu Brüchen in unserem Leben. Wenn ein lieber Mensch stirbt, dann bricht etwas weg, dann kommt uns unser Leben wie ein Scherbenhaufen vor. Es tut weh, die Scherben zu sehen und zu spüren. Manchmal hatten wir sie schon vergessen und treten unversehens nochmal drauf und dann erinnern wir uns und es tut wieder weh.

Ob man das noch kleben kann?

Im Fall der Schale würde man wohl den Sekundenkleber auspacken und versuchen sie zu kleben. „Sieht aus wie neu!“, würden wir dann zufrieden sagen, wenn die Bruchstellen kaum mehr zu erkennen sind.

In der alten japanischen Töpferkunst „Kintsugi“ ist das anders. Kintsugi bedeutet so viel wie „Goldverbindung“ oder „Goldreparatur“. Bei der Reparatur der zerbrochenen Gefäße wird dem Kitt, also dem Kleber, Goldstaub beigemischt. Eine neue Schale entsteht aus den Bruchstücken der alten. Die Bruchlinien werden nicht kaschiert, sondern veredelt. Eine solche Kintsugi-Schale sehen Sie auf dem Bild oben. „Siehe, ich mache alles neu!“ (Offb 21,5), so spricht Gott im Buch der Offenbarung. Ihm dürfen wir unsere Bruchstücke übergeben. Er sammelt sie liebevoll auf und fügt sie wie mit Goldstaub wieder zusammen. Kintsugi ist ein schönes Sinnbild dafür, dass wir unsere Brüche nicht verstecken müssen. Sie sind menschlich und gehören zu uns. Und die besonderen Kintsugi-Gefäße können uns daran erinnern, dass Gott heilsam mit unseren Scherben umgeht. Darauf dürfen wir vertrauen – für uns und für unsere Verstorbenen. Amen.

 

»Sieh doch: Gottes Wohnung bei den Menschen!

Er wird bei ihnen wohnen und sie werden seine Völker sein.

Gott selbst wird als ihr Gott bei ihnen sein.

Und er wird jede Träne abwischen von ihren Augen.

Es wird keinen Tod und keine Trauer mehr geben, kein Klagegeschrei und keinen Schmerz.

Denn was früher war, ist vergangen.«

Der auf dem Thron saß, sagte: 

»Sieh doch: Ich mache alles neu!«

(Offb 21, 4-6)

 

Gedenken an eine/n Verstorbene/n

- für Zuhause -

Nehmen Sie sich einen Moment Zeit um einer verstorbenen Person zu gedenken. Legen Sie sich eine Kerze und Streichhölzer bereit. Wenn Sie zu zweit sind, dann können Sie die Texte auch laut lesen (Sprecher/in 1 = S1; Sprecher/in 2= S2).

 

S1: Wir denken heute an unsere/n Verstorbene/n [Namen einfügen]. Er/sie fehlt uns in unserer Mitte. Manchmal denken wir fröhlich an gemeinsame Erlebnisse und dann wieder sind wir traurig und mutlos.

S2: Gott, wir bitten Dich, dass Du jetzt bei uns bist und unser Gedenken segnest. Amen.

 

Gemeinsam lesen: Liedtext „Du kannst nicht tiefer fallen“ von Arno Plötzsch (s. oben) oder einen anderen Liedtext (z.B. "Von guten Mächten", EG 637).

 

S1: Wir entzünden diese Kerze für [Namen einfügen]. 

S2: Wir vertrauen darauf, dass Gottes ewiges Licht für [Namen einfügen] leuchtet. Dass sie/er geborgen ist unter dem weiten Mantel der göttlichen Barmherzigkeit.

S1: „Gott spricht: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“ (Jes 43,1)

Stille oder Austausch über die verstorbene Person.

 

Gemeinsames Gebet: Vaterunser

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.