Sonntagsgedanken am 17.01.2021

Hochzeit zu Kana
Bildrechte: Don Bosco

Von seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade.
Johannes 1, 16   

Johannes 2,1-11
Und am dritten Tage war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war da. Jesus aber und seine Jünger waren auch zur Hochzeit geladen.
Und als der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus spricht zu ihr: Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut. Es standen aber dort sechs steinerne Wasserkrüge für die Reinigung nach jüdischer Sitte, und in jeden gingen zwei oder drei Maße. Jesus spricht zu ihnen: Füllt die Wasserkrüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis oben-an. Und er spricht zu ihnen: Schöpft nun und bringt's dem Speisemeister! Und sie brachten's ihm. Als aber der Speisemeister den Wein kostete, der Wasser gewesen war, und nicht wusste, woher er kam – die Diener aber wussten's, die das Wasser geschöpft hatten –, ruft der Speisemeister den Bräutigam  und spricht zu ihm: Jedermann gibt zuerst den guten Wein und, wenn sie trunken sind, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten.
 Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat. Es geschah zu Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn.

Liebe Gemeinde,
Stellen Sie sich vor, Sie sind zu einem Fest eingeladen, zu einer Hochzeit zum Beispiel, wie im Evangelium des heutigen Sonntags.  Zugegeben, seit Corona haben wir schon länger kein so schönes Fest gefeiert. Aber die allermeisten von uns können sich sicher an ein schönes Fest, zum Beispiel eine Hochzeit, erinnern.

Also: Das Fest hat schwungvoll begonnen, die Stimmung ist fröhlich und ausge-lassen. Alle sind auf Feiern eingestellt, auf Weiterfeiern. Mittendrin heißt es: Das Fest ist aus.
Der Wein ist ausgetrunken.  So ging es bei der Hochzeit von Kana.

Unser Leben geht auf und ab.

“Unser Leben sei ein Fest”, so heißt es in einem Kirchentagslied.  Das ist unser Lebensgefühl, das wünschen wir uns. Oft geht dieser Wunsch auch in Erfüllung, Gott sei's gedankt.  Wo wir das Leben als Fest erleben, dürfen wir es feiern und genießen.
Aber nicht immer bleibt das Leben ein Fest.

Da kommt eine Krankheit, wie zum Beispiel Corona, und das Fest ist aus, wir dürfen nicht mehr feiern. Es droht die Arbeitslosigkeit infolge des wirtschaftlichen Lockdowns, und das Feiern vergeht uns. Die Beziehung zu einem Menschen zerbricht, das macht uns traurig. Wenn dann gar der Tod eine Lücke reißt, einen lieben Menschen von uns nimmt, dann bleibt vom Feiern nichts mehr übrig.

Liebe Gemeinde,
Der Evangelist Johannes will uns aber nicht nur von irgendeiner Hochzeit in einem galiläischen Dorf mit Namen Kana erzählen. Er erzählt vom Glauben, vom Glauben an Jesus Christus. Und er will uns erzählen, wie dieser Glaube unser Leben zum Guten verändern kann. In dem wichtigen Schlusssatz, der wohl der Schlüssel für die ganze Geschichte ist, ist nur noch von Jesu Jüngern die Rede. An sie ist die die Botschaft gerichtet, sie sind das Ziel der Verwandlung.

Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat. Es geschah zu Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn.

Der letzte Vers spricht von den Jüngern, er es aber genauso an alle gerichtet, die an Jesus glauben:  Es geht um unser Fest des Lebens mit Jesus.

  • Dieses Fest beginnt hier auf dieser Welt. Der Wein ist ein Zeichen für die große Güte und die übermächtige Fülle der Heilszeit Jesu.  
  • Das von Jesus gerettete Fest hört nicht auf, wenn Krankheit kommt oder der Tod. Es hört nicht auf, wenn es äußerlich abwärts geht mit uns.
  • Es ist ein Fest, zu dem Jesus uns auch dann noch einlädt, wenn wir ihn vergessen haben und mit unseren eigenen Lebensplänen gescheitert sind.  
  • Er lässt uns den Rückweg offen, lässt das Fest immer neu beginnen.
  • Und das Abendmahl ist das äußere Zeichen, mit dem wir noch heute das Fest mit Jesus feiern, unsere Verbindung zu ihm. Jedes Abendmahl, das wir feiern, bei dem wir den Wein trinken, erinnert uns daran.
  • Und auch uns offenbart Jesus seine Herrlichkeit immer wieder: er schenkt uns Momente mit anderen Menschen von großer Innigkeit, Harmonie, Freude, schöne Gottesdienste voll der Erkenntnis, Staunen über die Natur, kurz: Momente wo wir sagen: hier wird meine Seele gesund!
  • Und der Überfluss an Wein, den Jesus damals in Kana durch die Verwand-lung bereitgestellt hat, soll uns zeigen, dass dieses Fest mit Jesus kein En-de hat, für das Fest mit ihm ist immer genug Wein vorhanden.

Die Jünger haben auf Jesus gehört.  
Sie haben getan, was Maria gesagt hat und was weit über die Geschichte von der Hochzeit in Kana hinausweist:  
Was er euch sagt, das tut.  

Auf Jesus hören, das ist Hilfe zum Leben in dieser Welt, auch unter Corona - Bedingungen.  Ich kann leben, weil für mich gesorgt ist in guten und schweren Tagen.

Ich kann mit anderen leben, weil sich meine Gedanken nicht nur um mich selbst drehen müssen. Ich bin frei für die Menschen, mit denen ich lebe, selbst wenn ich dazu eine Maske anziehen und Abstand halten muss.

Darum: Lassen Sie uns mit unserem Leben und unserem Glauben fröhlich das Kirchentagslied von Peter Janssens bekennen, von dem wir am Anfang gehört haben.

Unser Leben sei ein Fest,  
Jesu Geist in unserer Mitte,  
Jesu Werk in unseren Händen,  
Jesu Geist in unseren Werken,  
unser Leben sei ein Fest  
an diesem Morgen und jedem Tag.  

Amen.