Gedanken zum Sonntag Jubilate am 03.05.2020

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.
2. Korinther 5, 17

EG 445: Gott des Himmels und der Erden
1) Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und Heilger Geist, der es Tag und Nacht lässt werden, Sonn und Mond uns scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist, erhält:
2) Gott, ich danke dir von Herzen, dass du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Not und Schmerzen hast behütet und bewacht, dass des bösen Feindes List mein nicht mächtig worden ist.
4) Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort; sei und bleibe du auch heute mein Beschützer und mein Hort. Nirgends als bei dir allein kann ich recht bewahret sein.

Segen
Der Herr segne euch und behüte euch! Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über euch und sei euch gnädig! Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und schenke euch Frieden!
Amen.

Johannes 15, 1-8
Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe. Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.

Bleibt in mir und ich in euch
Der wunderschönen Traube begegneten meine Kollegen und Kolleginnen und ich auf einer Leitungsklausur in Zeilitzheim. Dort lernten wir: Der steinige Boden muss vor dem Setzen des Stockes tiefgründig umgegraben und verbessert werden. Drei bis vier Jahre dauert es, bis ein Weinstock überhaupt den ersten Ertrag bringt. Mehrfach im Jahr muss sehr sorgfältig beschnitten und ausgelichtet werden. In der Zeit der Reife muss der Weinberg gegen Tiere und Diebe Tag und Nacht gesichert werden. Und alle wussten: da braucht es schon Liebe dazu.
Uns sagt Jesus: Ich bin der wahre Weinstock! Also nicht mehr allein Israel, das seit alters her Gottes Weinstock ist, nicht mehr nur ein Volk, nicht mehr bestimmte Menschen von ihrer Abstammung her – Gott fängt mit seinen Geschöpfen nochmal ganz von vorne an, durch Jesus. Und mit denen, die zu ihm gehören. Jesus sagt: Ihr, meine Jünger, meine Freunde, ihr seid die Reben, die dann die herrliche Frucht hervorbringen.
Dieser Zuspruch macht den Freunden und Jüngern Jesu das Herz froh und stark: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Ihr seid die, durch die meine Kraft fließt, die aufs engste mit mir verbunden sind. Ihr könnt gute Frucht bringen! Nicht, weil ihr so großartig seid, sondern weil ihr so intensiv an mir dran bleibt.
Und: Was jetzt zählt, ist, ob wir Frucht bringen. Da ist Jesus in seinem Gleichnis ungeheuer klar: Am Weinstock wächst allerhand, was rausgenommen werden muss für eine gute Ernte. Meterlange fruchtlose Ranken, Blattwerk, das buschig und grün ist, aber die Trauben verschattet. Diese Kraftverschwendung muss der Weingärtner abstellen.
Was ist denn nötig, um gute Frucht bringen zu können? Jesus sagt es in seinem Gleichnis immer wieder, und nicht nur dort: Bleibt. Bleibt am Weinstock, bleibt in meiner Liebe, bleibt in meinen Geboten. Bleibt in mir. Hierzu sind wir alle eingeladen, Jung und Alt. Jeder kann zu Jesus kommen und sein Jünger werden! Keiner muss zurückbleiben und ist ausgeschlossen. Auch die nicht, die Fehler gemacht haben. Jesus lädt uns ein zu einer aktiven Beziehung, in der wir mit ihm reden, zu ihm beten, ihm glauben und vertrauen. In der wir uns an sein Wort halten, an ihn denken, am Morgen, am Abend, allezeit, wenn wir Grund haben, uns zu freuen, ihm zu danken, wenn wir überlegen: was hätte Jesus jetzt getan? Auch und gerade dann, wenn wir mit unserem Latein am Ende sind und nicht mehr weiter wissen. Dranbleiben, die Sorgen auf ihn werfen! In einer solch engen Beziehung schenkt Jesus uns sogar, um was wir ihn bitten. Und so freuen wir uns von Herzen, dass die Zeit ohne Gottesdienste nun bald ein Ende hat und wir uns wieder mit Jesus im Abendmahl verbinden können und durch ihn gestärkt werden. Jubilate! Jubelt!
Amen.

Fürbitte

Gott, unser Schöpfer,
du hast uns in Jesus Christus Heil und Leben geschenkt.
Durch ihn bitten wir dich:
Bleibe in uns und lass uns in dir bleiben,
dass wir nach deinen Worten leben.
Bleibe in uns und schenke uns Kraft zum Glauben,
dass wir im Vertrauen auf dich unseren Weg gehen.
Bleibe in uns und erfülle uns mit deiner Liebe,
dass wir deine Schöpfung bewahren und Werkzeuge
deines Friedens sind.


Amen