Gedanken zum Sonntag den 19.04.2020

Hand Erde
Bildrechte: Anja auf Pixabay

 

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wieder geboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.
1. Petrus 1, 3

 

 

 

Lied: Frühmorgens, da die Sonne aufgeht
Nr. 111, 1, 12-14

Frühmorgens, da die Sonn aufgeht,
mein Heiland Christus aufersteht.
Vertrieben ist der Sünden Nacht,
Licht, Heil und Leben wiederbracht.
Halleluja!

Wie tief Kreuz, Trübsal oder Pein:
mein Heiland greift allmächtig drein,
führt mich heraus mit seiner Hand
wer mich will halten, wird zuschand‘.
Halleluja!

Lebt Christus, was bin ich betrübt?
Ich weiß, dass er mich herzlich liebt;
wenn mir gleich alle Welt stürb‘ ab,
g‘nug, dass ich Christus bei mir hab.
Halleluja!

Mein Herz darf nicht entsetzen sich,
Gott und die Engel lieben mich;
die Freude, die mir ist bereit,
vertreibet Furcht und Traurigkeit.
Halleluja!


Jesaja 40, 26-31

Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat all dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt. Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: »Mein Weg ist dem HERRN verborgen, und mein Recht geht an meinem Gott vorüber«? Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. Jünglinge werden müde und matt, und Männer straucheln und fallen; aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.
 

Weißt du nicht? Hast du nicht gehört?
 

Der Text bombardiert uns mit Fragen, schon ganz am Anfang: Wer hat all geschaffen?

Schaut euch doch mal um in Gottes Schöpfung! Seine Macht ist unendlich groß, viel größer als alle Mächte, die euch einschüchtern und Angst machen, so ruft uns der Prophet zu.
Ja, da wird es Zeit für eine Gegenfrage: Wo ist denn Gottes Macht, fragen sich heute viele Zeitgenossen. Hat nicht der unerforschte Corona-Virus, gegen den es bisher kein hilfreiches Gegenmittel gibt, die ganze Welt lahmgelegt? Warum beendet Gott nicht diese Geißel der Menschheit und hilft allen Erkrankten? Warum müssen wir alle uns aus Angst vor dem Tod schwerwiegende Einschränkungen auferlegen und zusehen, wie die Wirtschaft in die Knie geht, wie Arbeitsplätze in Gefahr geraten, dass das Ersparte zusammenschmilzt, wie unsere Zukunftshoffnungen den Bach hinunter gehen? Und wir nicht mal unsere Angehörigen zu Ostern, im Seniorenheim, im Krankenhaus oder in der Reha oder den Gottesdienst besuchen können?
Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. Die Kraft unseres unsichtbaren Gottes ist trotzdem größer, auch wenn die Mächte dieser Welt oder ein Corona-Virus noch so prächtig oder furchteinflößend daherkommen. Das Universum, die Völker, die Menschen, all das ist doch von IHM. Unser Gott ist unvergleichlich viel größer als alles, was du auf den ersten Blick siehst. Auch wenn du völlig fertig bist – Gott ist und bleibt für dich da. ER wird dir neue Kraft geben! Er wird dir sogar wieder Flügel verleihen! Du wirst wie neugeboren sein – quasimodo geniti! Vertraue ihm!

Woran mag es liegen, dass wir dieser Zusage nicht leicht vertrauen? Es könnte an falschen Erwartungen Gott gegenüber liegen. Es könnte damit zusammenhängen, dass Menschen sich Gott vorstellen wie eine schnell wirksame Tablette: „Da ist ein Problem. Da ist der Virus. Dann schnell mal ein Gebet. Und schon sollte alles wieder im Lot sein.“ Viele haben derartige Erwartungen an Gott und ein entsprechendes Bild von ihm im Kopf: Gott, der schnelle, übernatürliche Helfer. Und wenn er das nicht bringt, wenn er das in der Vergangenheit schon nicht so gebracht hat, dann schreiben wir ihn ab!
Das ist aber nicht Gottes Weg: Sein vorrangiges Interesse an uns ist, dass wir ihm als unserem Gott grundsätzlich vertrauen, dass wir uns nachhaltig an ihn binden, auf lange Sicht, dass wir uns immer fester und enger an ihn binden, und so Ewigkeit gewinnen, Ewigkeit bei und mit Gott. Gott vertrauen heißt wissen: Ich werde ewig geliebt und angenommen sein. Und das gibt mir Kraft heute, hier und jetzt. Das baut mich auf, das gibt mir Flügel, gerade wenn ich mich müde und hilflos fühle.

Aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, lässt sich gut übersetzen mit „vertrauen und warten können“. Gott lässt sich nicht hetzen. ER denkt nicht in Minuten, sondern eher in Generationen. Denken wir an das lange Exil Israels in Babylon, zu denen der Prophet so predigt. Gott mutet uns das Warten zu. Manchmal geht es in den Kämpfen des Lebens schlicht darum, festzuhalten an Gott, mit dem Vertrauen weiterzumachen, nicht damit aufzuhören.

Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Wir werden den Corona-Virus überwinden, wir kriegen wieder Boden wieder unter die Füße. Neue Energien werden uns zufließen. Wieder Kraft für den Job, für den schwierigen Kollegen, für die Beziehung, für eine Aufgabe oder eine notwendige Veränderung. Amen.

Fürbitte

Gott, Schöpfer der Welt, du hast an Ostern das Böse und den Tod besiegt und das Leben neu geschaffen. Du bist allmächtig, hilf allen, die dich brauchen! Überwinde auch unsere Zweifel und stärke das Vertrauen zu dir, durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn, der mit dir und dem der Heiligen Geist herrscht in Ewigkeit!

Amen