Gedanken zum Sonntag Rogate am 17.5.2020

Kommt her!
Lasst eurer Freude freien Lauf,
ihr habt allen Grund dazu!

Wenn ihr heute mit Gott redet,
dann sagt doch zuerst einmal „Danke“ –
und vielleicht noch ein bisschen mehr als nur „Danke!“

Gott ist schließlich groß.
Sein Einfluss reicht weiter als der von irgendwem sonst:
Bis ganz nach unten reicht seine Hand
und bis auf die Spitzen der Berge auch.

Wenn du aufs Meer hinausblickst:
Wer hat denn das geschaffen?
Und wenn du dich umdrehst
und das Land betrachtest,
von wem ist denn das, hm?

Also, komm her, und mach ein Gebet daraus!
Danke ihm dafür, was Er dir gab.

So einer ist unser Gott:
Wir besiedeln Sein Werk,
dazu hat er uns geschaffen.
Ps 95,1-7a

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht,
sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit! 2 Tim 1,7
Wie Perlen reiht sich dieser Satz von Paulus vor uns auf:
Die Perle „Keine Furcht“
Es gehört ganz grundlegend Mut und Vertrauen dazu, sein Leben anzupacken.
Sich mutig den Herausforderungen zu stellen, Entscheidungen zu treffen.
Anderen zu vertrauen, wenn ich mich verletztlich fühle.
Den Mut zu haben, an Vergebung und Neuanfang zu glauben.

Wie gut, dass wir diese Perle haben.
Sie flüstert uns die Worte Gottes ins Ohr:
„Fürchtet Euch nicht! Ich bin bei Euch!“

Die Perle „Kraft“:
Zum Mut gehört auch die Kraft.
Die Kraft, das Leben anzupacken.
Die Lebenskraft, das Schöne und Leichte zu genießen.
Und das andere, das Traurige und Schwere, zu tragen.

„Gott hat uns gegeben einen Geist der Kraft …“
Gott ist die „Kraftperle“, aus der wir immer schöpfen können.
Denn es ist Gottes Geist, der uns Kraft gibt - unerschöpflich, über alle menschliche Kraft hinausgehend.

Die Perle „Liebe“
„Liebe (von mhd. liebe „Gutes, Angenehmes, Wertes“) ist im engeren Sinne die Bezeichnung für die stärkste Zuneigung, die ein Mensch für einen anderen Menschen zu empfinden fähig ist.“, so beschreibt Wikipedia die Liebe.

Zu ergänzen wäre m.E. noch:
Liebe ist nicht „machbar“.
Sie lässt sich weder ein- noch ausschalten.

Wir Christen und Christinnen setzen noch eins drauf:
Weil Gott ein Gott ist, der liebt, hat er uns, seine Menschen, auch mit der Fähigkeit ausgestattet, zu lieben.
Die Liebe ist ein Geschenk Gottes.
Die Liebe ist in Geschenk, das wir quasi jeden Tag neu auspacken, bestaunen und uns daran freuen. Gottes Liebe wird spürbar, wenn wir anderen liebevoll begegnen.
Das heißt:
Liebe braucht Achtsamkeit und Pflege.
Sonst geht sie ein zwischen den Mühlen des Alltags!

Die Liebe macht den Unterschied.
Gott liebt uns – wir können lieben.

Die Perle „Besonnenheit“.
Die erinnert an den Rat von erfahrenen Ehepaaren über das Geheimnis ihrer erfolgreichen Ehe: „Aufeinander achten und nachgeben können.“
Umsichtig und gnädig miteinander umgehen mit den eigenen Stärken und Fehler und denen der anderen.

Der „Geist der Besonnenheit“ hilft, erst einmal einen Schritt zurückzugehen.
Er versucht zu verstehen, was der/dir andere meint und will.
Und lässt Nachsicht walten.

Besonnenheit, da steckt auch das Wort Sonne drin.
Dorothee Sölle hat einmal gesagt:
„Wenn Du glücklich bist, dann gehst Du anders...mit dem Gesicht zur Sonne.“

Also: nicht nur besonnen sein, sondern sich auch „besonnen“ lassen!


Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht,
sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit!
Die „Schnur“, auf die sich unsere Perlen aufreihen, ist der Gottes Heiliger Geist.
Er verbindet diese Perlen – sonst würden sie herumpurzeln und verloren gehen.

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht,
sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit!

Es ist das Leben, in seiner ganzen Fülle, das wartet.
Das ist gut!
Was auch kommen mag - Gott ist bei uns.

Fürbitten mit Vaterunser
Einer/Eine:
Jesus Christus, du hast uns gelehrt, wie wir beten können. Darum kommen wir zu dir und beten dich an zusammen mit dem Vater und dem Heiligen Geist und rufen:
Alle:
VATER UNSER IM HIMMEL.

Einer/Eine:
Erschrocken sind wir darüber, wie oft dein Name missbraucht wird. Menschen führen in deinem Namen Kriege, üben Hass und Gewalt. Wir bitten dich, dass wir und alle Verantwortlichen lernen, in Wort und Tat dich zu ehren und zu fürchten.
Darum beten wir:
Alle:
GEHEILIGT WERDE DEIN NAME.

Einer/Eine:
Wir sehen Leid und Unfrieden in vielen Ländern der Erde, aber auch bei uns und in unserer Umgebung. Wir bitten um Frieden und Gerechtigkeit und beten:
Alle:
DEIN REICH KOMME.

Einer/Eine:
Wir sehen, wie die ganze Schöpfung ächzt durch unsere Ausbeutung, wir sehen die Zerstörung der Regenwälder und die Gefährdung des Klimas. Wir bitten für deine ganze Schöpfung, Wasser, Erde und Luft, für die Pflanzen und Tiere und rufen zu dir:
Alle:
DEIN WILLE GESCHEHE, WIE IM HIMMEL, SO AUF ERDEN.

Einer/Eine:
So vielen Menschen fehlt es am Nötigsten zum Leben, Essen und Trinken, ein Dach über dem Kopf und die Zuwendung von anderen Menschen. Für sie alle und auch für uns bitten wir dich:
Alle:
UNSER TÄGLICHES BROT GIB UNS HEUTE.

Einer/Eine:
Immer wieder werden wir schuldig an dir und an unseren Mitmenschen. Manchmal gewollt, manchmal ohne Absicht verletzen wir uns. Wir bitten dich für uns alle, die wir schuldig werden, und die wir unbarmherzig sind im Umgang mit anderen:
Alle:
VERGIB UNS UNSERE SCHULD, WIE AUCH WIR VERGEBEN UNSEREN SCHULDIGERN.

Einer/Eine:
Macht, Geld und Reichtum, das sind die Versuchungen, die uns und so viele dazu treiben, zu tun, was nicht gut ist. Wir bitten dich für die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, aber auch für jede und jeden von uns:
Alle:
FÜHRE UNS NICHT IN VERSUCHUNG, SONDERN ERLÖSE UNS VON DEM BÖSEN.

Einer/Eine:
All das, was uns sonst bewegt, bringen wir nun in der Stille vor dich.
 – Stille –
 So vertrauen wir uns miteinander dir an und preisen dich:
Alle:
DEIN IST DAS REICH UND DIE KRAFT UND DIE HERRLICHKEIT IN EWIGKEIT. AMEN.