Gedanken zum Pfingstsonntag den 31. Mai 2020

Gott hat´s getan!
Was für ein Wunder!
Heute wird´s offenbar,
lasst uns fröhlich sein,
das müssen wir feiern!

Zeig Dich, guter Gott,
und lass es gut werden.
Danke, Gott, für alle,
die genau darauf vertrauen.
Danke für alle,
die dieses Vertrauen weitergeben
hinaus in alle Welt.

Dann wird´s hell in allen Dunkelheiten.
Dann wird´s ein großes Fest.

Du bist mein Gott,
dafür danke ich Dir.
Ich kann´s nicht besser sagen: Danke!

Jetzt Ihr alle:
Sagt Ihm doch einmal „Danke!“,
es lohnt sich.
Er freut sich.
Und: Er wird dich umso lieber tragen.


Da war etwas los in Jerusalem.
Gepackt waren die Jünger und Jüngerinnen vom Heiligen Geist, außer sich vor Begeisterung, tief ergriffen von Jesus und fähig zu verstehen, Gott endlich zu verstehen.

Ob die Jünger in allen möglichen Sprachen redeten, also ein Sprachenwunder geschah? Oder haben alle die eine Sprache des Heiligen Geistes verstanden, und es hat sich also ein Hörwunder ereignet?
Egal. Pfingsten ist vor allem ein Wunder des Verstehens:

Die Menschen verstehen Gott.
Es geht ihnen auf, was mit diesem Jesus von Nazareth los ist.
Blitzartig verstehen sie, was Gott mit ihnen vorhat: Retten wird er sie. Aus dem Tod zum Leben führen.

Wie elektrisiert loben sie lauthals Gottes Taten. Sie stimmen Psalmen an, die sie schon so oft gesungen haben, und nun endlich kapieren: Dies ist der Tag, den der HERR macht – oder ganz neue Sprechchöre.
Multikulti muss es gewesen sein.

Wenn der Heilige Geist weht, dann macht er weder an Staats- noch an Sprachgrenzen halt. Im Gegenteil: Zur Hoffnung Israels gehört, dass am Ende der Zeiten alle nach Jerusalem kommen, die Römer und die Phrygier und die Pamphylier.
Alle werden verstehen und bereit sein umzukehren. Diese Hoffnung erfüllte sich nun.

„Ach“, seufzt vielleicht heute die eine oder der andere von uns „ach, wie schön wäre so ein Pfingstwunder auch unter uns.“
Dass wir gepackt wären vom Heiligen Geist, außer uns vor Begeisterung, tief ergriffen von Jesus Christus und fähig, zu verstehen, Gott endlich zu verstehen.

Dass wir dann zu einer Gemeinschaft verbunden wären, dass die Sprachbarrieren fielen, die Syrerin den Israeli versteht, und die Araber mit den Griechen Gott loben, und wir als Deutsche irgendwo mittendrin sind.
Und die Jungen die Alten verstehen und die Alten die Jungen und die Männer endlich die Frauen und – der Mensch endlich Gott.

„Ach, wie schön wäre so ein Pfingstwunder auch unter uns.“ – Gerade jetzt, in diesem besonderen Jahr mit all den Beschränkungen durch die Corona-Pandemie. Gemeinschaft über die Beschränkungen hinaus, zwischen unseren geschlossenen Wohnungstüren und über die1,5 m draußen zwischen uns hinweg.
Auch in unseren Kirchengemeinden tun wir uns schwer, hin- und hergerissen zwischen Resignation und Aktionismus. Zwischen dem Kleinmut, Gottes Geist hätte in dieser Welt nichts mehr zu bewirken. Und dem endlosen Abstrampeln für noch ein Angebot und noch einer Kampagne.

Der Heilige Geist brennt für uns und entzündet uns von neuem.

Nur: Wann, wo, wie? - Wann er will, wo er will, und wie er will!
Wir können nur darum bitten: „Komm, heiliger Geist.“
Aber herbeizaubern oder planen oder verplanen lässt er sich nicht.

Das lernt man, wenn man die Apostelgeschichte weiterliest.
Es ist ja nicht so, dass der furiose Start in Jerusalem der Auftakt für einen ungehinderten Siegeszug war.
Kaum hatte Petrus sich getraut und war nach vorne getreten, schon wurde er angezeigt, verhört und verhaftet.
Kaum hatte sich die Gemeinde gefunden, schon entstand Streit: Wie organisieren wir uns? Welche Regeln sollten in der Gemeinde gelten? Wer darf dazugehören und unter welchen Bedingungen?
Wie können wir unser Leben so gestalten, dass wir empfangsbereit bleiben für Gott und verständlich für andere?

Was aber ganz klar ist in der Apostelgeschichte:
Wenn der Heilige Geist Menschen ergreift, dann führt er zu Jesus Christus, dann verstehen sie: Das ist das Fundament meines Lebens und mein Ziel.

Und wissen Sie, was der Geist manchmal auch macht?
Seufzen. Er seufzt.
Der Geist selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichem Seufzen, schreibt Paulus in seinem Brief an die Gemeinde in Rom.
Ein Seufzer kommt ganz tief aus dem Herzen. Etwas, was mir auf der Seele liegt, findet seinen Weg nach draußen. Oft ohne rechte Worte, aber hörbar.

Vielleicht ist ja das Pfingstfest das Fest des tiefen Seufzens.
Weil zwar etwas in Gang kam, aber das Ziel noch so fern ist.
Weil die Sehnsucht groß ist, die Hoffnung aber schwächelt.
Der Geist hilft... unsrer Schwachheit auf… und tritt für uns ein mit unaussprechlichem Seufzen.

Pfingsten
Dann kam der Pfingsttag.
Alle, die zu Jesus gehört hatten, waren an einem Ort versammelt.
Plötzlich kam vom Himmel her ein Rauschen wie von einem starken Wind.
Das Rauschen erfüllte das ganze Haus, in dem sie sich aufhielten.
Dann erschien ihnen etwas wie züngelnde Flammen.
Die verteilten sich und ließen sich auf jedem Einzelnen von ihnen nieder.
Alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt.
Sie begannen, in fremden Sprachen zu reden – ganz so, wie der Geist es ihnen eingab.

In Jerusalem lebten auch fromme Juden aus aller Welt, die sich hier niedergelassen hatten.
Als das Rauschen einsetzte, strömten sie zusammen. Sie waren verstört, denn jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.
Erstaunt und verwundert sagten sie:
»Sind das denn nicht alles Leute aus Galiläa, die hier reden? Wie kommt es, dass jeder von uns sie in seiner Muttersprache reden hört?
Wir kommen aus Persien, Medien und Elam. Wir stammen aus Mesopotamien, Judäa, Kappadozien, aus Pontus und der Provinz Asien, aus Phrygien und Pamphylien. Aus Ägypten und der Gegend von Zyrene in Libyen, ja sogar aus Rom sind Besucher hier.
Wir sind Juden von Geburt an und Fremde, die zum jüdischen Glauben übergetreten sind. Auch Kreter und Araber sind dabei.
Wir alle hören diese Leute in unseren eigenen Sprachen erzählen, was Gott Großes getan hat.«
Erstaunt und ratlos sagte einer zum anderen:
»Was hat das wohl zu bedeuten?«
Wieder andere spotteten: »Die haben zu viel neuen Wein getrunken!«

Da trat Petrus vor die Menge und mit ihm die anderen elf Apostel. Mit lauter Stimme rief er ihnen zu:
»Ihr Männer und Frauen von Judäa! Bewohner von Jerusalem! Lasst euch erklären, was hier vorgeht, und hört mir gut zu!
Diese Leute sind nicht betrunken, wie ihr meint.
Nein, was hier geschieht, hat der Prophet Joel vorhergesagt:
›Gott spricht: Das wird in den letzten Tagen geschehen:
Ich werde meinen Geist über alle Menschen ausgießen.
Eure Söhne und eure Töchter werden als Propheten reden.
Eure jungen Männer werden Visionen schauen und eure Alten von Gott gesandte Träume träumen.
Über alle, die mir dienen, Männer und Frauen, werde ich in diesen Tagen meinen Geist ausgießen.
Und sie werden als Propheten reden.
Dies alles geschieht, bevor der große und prächtige Tag des Herrn anbricht.
Jeder, der dann den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden!‹